Katholische  Kirchengemeinde  Hildburghausen

 

 

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Die katholische Pfarrkirche St. Leopold Hildburghausen

 

St. Leopold - im Winter 2003

 

 

Innenansicht St. Leopold - Ostern 2004

 
Aus der Geschichte:

Erbauer dieses Gotteshauses waren die französisch reformierten Christen, die so genannten Hugenotten, die ihre französische Heimat verlassen mussten und in der Residenzstadt Hildburghausen Asyl fanden.

 "Am 26. August 1720 schlossen Pater Salomon Ullric und Kirchenälteste P. Leger mit Hauptmann und

Oberlandbaumeister Joh. Andr. Bartels und Joh. Fischer den Baukontrakt auf 2.000 Taler ab.

Das Gotteshaus sollte 70 Schuh lang und 45 Schuh breit werden; der Grund 10 Schuh tief und 5 Schuh dick;

12 Fenster und 4 Türen waren vorgesehen.

Am 05. Mai 1721 wurde der Grundstein durch Oberbaudirektor Barthlomäus Lucchese gelegt und der Gesamtbau,

ein von Westen nach Osten gestrecktes Achteck von ca. 22 Länge, 14 Meter Breite, 9 Meter Höhe

und 335 Quadratmeter Grundfläche im Juli 1722 vollendet, und zwar nach dem Vorbild

des berühmten temple neuf in Montauban, der auch in Magdeburg und Erlangen nachgebildet ward."

 

Am 31. Juli ging der größte Wunsch der Hildburghäuser Hugenotten in Erfüllung -
die Einweihung ihres eigenen Tempels.

Eine Kupferplatte, die in den Grundstein, von außen nicht sichtbar, eingemauert wurde,

berichtet in Form einer Gravur vom Bau und Einweihung des "Tempels".

Als Dank für die materielle und finanzielle Unterstützung beim Bau des Tempels wurde

das "Große Sächsische Wappen" zu Ehren Herzog Ernst Friedrich I oberhalb des Nordportals angebracht.

Dieses Wappen mit Fürstenhut, Ordenskette und Palmwedel bestückt,
enthält in seinen einzelnen Teilbereichen die Wappen der zum Fürstentum Sachsen-Hildburghausen gehörenden Besitzungen bzw. Rechten

in weiteren Herzogtümern bzw. Grafschaften.

Der Hugenottentempel besitzt ein Satteldach,

auf dem sich in der Mitte ein hölzerner mit Schiefer bekleideter Turm befindet.

Die Glocke von etwa 60 Zentimetern Höhe, 90 Zentimetern Durchmesser,

einem Gewicht von 6 Zentnern,

38 Pfund wurde vom fürstlichen Stück- und Glockengießer Heinrich Graulich aus Coburg

im Irrgarten der Stadt gegossen. Sie ist bestückt mit Renaissance-Ornamenten am oberen und unteren Rand

und trägt die fürstlichen Initialen und das herzogliche Wappen.

 

Am 27. April 1829 kam es zum Kaufvertrag zwischen reformierter und katholischer Kirchengemeinde - die hiesigen Gläubigen erfreuten sich am Besitz eines eigenen Gotteshauses.

Das Gotteshaus wurde für 1.200 Rheinische Gulden gekauft, die von Spendern aus aller Welt zusammenkamen. Besonders zu erwähnen wäre der Erzbischof von Prag, Wenzel Leopold. Er spendete vor allem für den Altar finanzielle Mittel (sein Wappen ist in einem der Medaillons im Spiegel der Decke enthalten). Ihm zur Ehre stellte man später das Gotteshaus unter den Schutz des Heiligen Leopold.

 

Das Innere der Kirche wurde durch die Katholiken nach 1829 umgestaltet.

 

Als eine der umfangreichsten Sanierungsarbeiten an der St. Leopold Kirche

wäre die Restaurierung des Kirchturmes zu nennen.

Am 20. Oktober 1989 wurde der Kirchturmknopf mit Herrn Keller (Klempnermeister),

Herrn Fischer (Hausmeister des Pfarramtes) und Herrn Pfarrer Franz-Xaver Stubenitzky aufgesetzt.

In der Kugel wurde eine zugelötete Kassette mit Originaldokumenten untergebracht:

        -         6 Urkunden

        -         die Zeitschrift "Prawda" und den "Tag des Herrn" sowie die
              Erweiterung der Pfarreigeschichte von 1956 - 1986
 außerdem hinzugefügt wurden:

        -         Münzen der DDR-Währung und der "zweiten" Währung - Forumschecks,

              eine aktuelle Ausgabe des "Tag des Herrn" und das Ergebnis der letzten DDR-Wahl,

              die im März 1989 stattfand.

 


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Stand: 16. April 2008 www.notensatz-s-fischer.de